Kyudo 

der Weg des japanischen Bogenschießens letzte Änderung: 
08.12.05
Eine Sparte des ZANSHIN-DO Budo Sportverein in Hannover e.V.

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Ausrüstung
Neben der technischen Ausrüstung, die sich aus dem Bogen, den Pfeilen und einem Schießhandschuh für die rechte Hand zusammensetzt, ist auch die Kleidung für diese traditionelle Sportart wichtig. Sie besteht aus Gi (Kyudohemd), Hakama (schwarzer Hosenrock), Obi (Gürtel), Tabis (weiße "Socken" mit Baumwollsohle) und einem Brustschutz bei Frauen. 
Die Kosten für die Ausrüstung betragen ca. € 1.000,00.
 

Bogen (Yumi)
Die Kyudo-Bögen sind asymmetrisch, das Griffstück befindet sich im unteren Drittel.

Die Bögen unterscheiden sich durch ihre Bauart, Länge und Zugstärke.

Fortgeschrittene Schützen benutzen häufig Bambusbögen. Entweder als reiner Bambusbogen oder als eine Kombination aus Bambus/Glasfaser oder Bambus/Carbon. Diese Bögen sind relativ empfindlich gegenüber Witterungseinflüssen und Schießfehlern - daher für Anfänger nicht zu empfehlen.
Unproblematisch sind Bögen aus einer Kombination Holz/Carbon oder Holz/Glasfaser.

Die Bogenlänge ist abhängig von der Körpergröße des Schützen:
Bogen Bogenlänge Auszugslänge Körpergröße
Namisun  ca. 221 cm 80 - 90 cm 150-170cm
Nisun Nobi ca. 227 cm 90 - 100 cm 170-180cm
Yonsun Nobi  ca. 233 cm 100 - 105 cm 180-195cm
Die Zugspannung des Bogens wir immer auf eine Standardauszugslänge von 90 cm angegeben.
Damen benutzen Bögen mit einer Zugspannung von ca. 10 bis 14 kg, Herren benutzen ca. 13 bis 20 kg.
Wichtig ist, daß die Zugspannung der Körperlichen Verfassung und dem Übungsstand des Schützen angepasst ist
   
 

Der rechte Pfeil ist ein Makiwara-Pfeil
Pfeil (Ya)
In Abhängigkeit der Körpergröße eines Schützen (siehe oben) variiert die Pfeillänge zwischen ca. 80 cm bis 105 cm.

Ein Satz Pfeile besteht normalerweise 4 Pfeilen: zwei Haya und zwei Otoya. Haya und Otoya unterscheiden sich in der Art der benutzten Federkiele. Durch die unterschiedlichen Windung der Federkiele ergibt sich im Pfeilflug ein Rechts- oder Linksdrall. 
Bei Zeremonien wird der Haya als erster Pfeil geschossen, der Otoya als zweiter.

Die Pfeilschäfte können aus Bambus, Aluminium oder Carbon bestehen.

Die Nocken sind aus Kunststoff oder Horn gefertigt.


Die Pfeilspitzen bestehen aus Metall. Für die unterschiedlichen Schießformen werden unterschiedliche Spitzen benutzt:

Makiwara

Mato

Enteki

Als Feder werden häufig Truthahn oder Gans verwendet. Federn von Raubvögeln wie Bussard, Milan oder Adler sind zwar sehr gut geeignet, es ist aber in jedem Fall der Artenschutz zu beachten!

einige Bilder von Pfeilen...
 

Schießhandschuh (Yugake)
Es werden in der Regel Handschuhe mit drei Fingern benutzt (seltener mit vier Fingern). Der starre Daumen ist mit Holz verstärkt. Im Daumen ist die Sehnengrube eingearbeitet in die die Sehne des Bogen eingehängt wird. Die ganze Zugkraft des Bogens wird in dieser Grube gehalten - Zeige- und Mittelfinger dienen nur als Sicherung, damit die Sehne nicht vorzeitig aus der Sehnengrube springt. (Vom Prinzip einem Daumenring bei mongolischen Bogenschützen ähnlich)

Der Handschuh muss auf den Schützen angepasst sein. 

Als Schutz vor Schweiß wird unter dem Handschuh ein Unterhandschuh aus Baumwolle getragen.
***FOTO***
 
 
Sehnen (Tsuru)
 
Sehnenring (Tsuru-maki)
Dient der Aufbewahrung der fertig vorbereiteten Sehnen.
 
 
Doho
Besteht aus zwei Holzleisten und dient zum Rundreiben der Sehnenverstärkung.
 
***FOTO*** Magusune
Dient zum warmreiben der (Natur-) Sehne vor bzw. nach dem Schießen - das Harz in den Sehnen wird erwärmt und verteilt sich, ein vorzeitiges ausfransen der Sehne wird verhindert.
 



Fudeko
Wird für die Bogenhand benutzt, um den Handschweiß zu neutralisieren bzw. die Griffigkeit des Bogengriffes zu verbessern.
Fudeko ist eine Asche aus Fellen.
Für die Aufbewahrung werden spezielle Gefäße benutzt - ein Salzstreuer mit Deckel tut es aber auch.

 

Giriko
Giriko ist eine Harzmischung, die auf den Daumen des Schießhandschuhs aufgebracht und mit  Zeige- und Mittelfinger verrieben wird, um ein Abrutschen der Finger vom Daumen zu verhindern. Die Aufbewahrung erfolgt in kleinen Gefäßen (auch hier ist ein Salzstreuer keine schlechte Idee).

 
Brustschutz (Mune-ate)
Frauen tragen einen Brustschutz, da die Sehne im vollen Auszug quer über der Brust liegt ist im Abschuß leicht eine Verletzung möglich ist.
***FOTO*** Gürtel (Obi)
Gewebter Gürtel aus Baumwolle oder Seide. Herren tragen gedeckte Farben - bei Frauen ist er oft farbenfroher.
Der Obi kann eine Länge von 3 - 4m haben.
***FOTO*** Hemd (Gi)
***FOTO*** Hosenrock (Hakama)
***FOTO*** Kimono
Griffleder (Nigirgawa)
Umwicklung des Bogengriffes.
Leim (Bondo)
Für die Sehnenverstärkung, die als Wicklung aus Hanf oder alten ausgekochten Sehnen am Nockpunkt einer Sehne angebracht wird, ist ein einfacher Weißleim erforderlich.
Hier ein japanischer Weißleim - natürlich können die bekannten deutschen Leime benutzt werden.

Für das Einkleben von Nocken und Pfeilspitzen hat sich Heisskleber bewährt.
***FOTO*** Steckhülle/Wickelhülle